Interview mit Thomas Farbmacher, Sieger SALOMON Zugspitz Ultratrail 2016: „Ich mache mir keinen Druck, werde aber etwas mehr riskieren“

ZUT Sieger 2016, Thomas Farbmacher © Kelvin Trautmann
ZUT Sieger 2016, Thomas Farbmacher © Kelvin Trautmann

Am 17. Juni startet der ZUT zum siebten Mal. Und dennoch gibt’s eine Premiere. Der Vorjahressieger tritt zum ersten Mal an, um seinen Titel über die 100 km zu verteidigen. Das hat vor dir noch kein Läufer versucht. Was ist deine Motivation, etwas zu schaffen, was vor dir noch niemand geschafft hat?

Thomas Farbmacher: „Die Titelverteidigung ist nicht der Grund, warum ich beim ZUT wieder an den Start gehe. Vielmehr reizt es mich, wieder an den Ort zurückzukehren, an dem ich so viele schöne Momente erleben durfte. Natürlich freut es mich sehr, die Startnummer 1 zu tragen. 2017 habe ich das gleiche Ziel wie 2016, nämlich ins Ziel zu kommen und dabei mein Bestes zu geben. Welche Platzierung am Ende dabei rauskommt, spielt für mich keine Rolle, denn ich weiß, dass bei einem 100km-Lauf so viel passieren kann und an diesem Tag alles stimmen muss, um gewinnen zu können.“

 

Im Vorjahr kam dein Sieg durchaus überraschend. 2017 wirst du natürlich im Mittelpunkt stehen am Start in Grainau. Wie ist das. Kannst du damit umgehen, dich freimachen von der Nervosität?

„Ja natürlich, ich kann sehr gut mit diesem Druck umgehen, da ich mir selber gar keinen mache. Aber warum  eigentlich Druck? Man braucht ja nur das zu machen, was man ohnehin das ganze Jahr macht: einfach laufen!“

 

 Zurück zum ZUT. Was ist eigentlich das besondere an diesem Lauf? Ist es die grandiose Landschaft, die Strecke, oder einfach die Mischung aus beiden Teilen?

„Ich finde den ZUT aus dem Grund so genial, weil einfach alles dabei ist: die traumhafte Landschaft, technische Up- sowie Downhills, flache Passagen, viele nette Leute, die tolle Atmosphäre und vor allem die hervorragende Organisation durch PLAN B.“

 

Wie geht man den ZUT am besten an, ohne sich zu übernehmen. Versuchst du, sofort in der Spitze dabei zu sein oder bist du eher der abwartende Typ?

„Normalerweise bin ich eher der „abwartende Typ“ und der, der eher langsam startet, um sich die Kräfte gut einzuteilen, aber 2017 werde ich sicher etwas mehr riskieren.“

 

Wo liegen deine Stärken und deine Schwächen? In den technischen Abschnitten, im Downhill oder auf den rein läuferischen, weniger anspruchsvollen Abschnitten?

„Meine Stärken liegen sicher mehr bei den Downhills und den läuferischen Passagen, aber ich gestalte mein Training so, dass ich bei den steilen Anstiegen noch stärker werde.“

 

Wie hast du dich vorbereitet im Winter? Wo warst du, was hat du für Ausgleichssport gemacht? Wie  sieht dein Training bis zum Start aus?

„Von November bis Januar bin ich ausschließlich nur mit den Tourenskiern unterwegs gewesen (ca. 150.000 Höhenmeter). Das Laufen bleibt in diesen Monaten eher „auf der Strecke“, da ich bei mir daheim in Hopfgarten, aufgrund der Schneelage, nicht die Möglichkeit habe zu trainieren.

In der Vorbereitung zum ZUT bin ich ca. 80-100 Kilometer mit ca. 5000 Hm in der Woche gelaufen. 4 Wochen vorher habe ich noch einen „Trainingswettkampf“, den Schwarzachtrail mit 47 km und 2700 Hm, absolviert. Die Woche vor dem ZUT wird pausiert, damit ich fit und ausgeruht am Start in Grainau stehe.

 

Wann begann die Trailrun-Saison für dich?

„Die Trailrun-Saison beginnt für mich, sobald der Schnee weg ist und die Trails frei liegen. Den ersten Wettkampf habe ich normalerweise im Mai, dieses Jahr war es anders. Ich startete schon am 24. Februar beim „Transgrancanaria“ (125 km, 8000 Hm). Das erwies sich für mich aber sehr schwierig, da ich fast keine Trainingskilometer in den Beinen hatte. Mein Kopf war jedoch stärker als meine Beine und ich schaffte es mit einer Zeit von 15.51 Std. als 28. von 900 Startern ins Ziel.“

 

Jetzt noch ein Tipp für alle Teilnehmer für das Rennen?

„Startet nicht zu schnell und teilt euch eure Kräfte gut ein!“

Tags: Trailrunning, Trail, Zugspitz Ultratrail, ZUT, Thomas Farbmacher

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