Zwei fabelhafte Streckenrekorde beim Swiss Snow Walk & Run - 2. Platz für Simone Raatz im Halbmarathon

Der 14. Swiss Snow Walk & Run vom Samstag in Arosa war in jeder Hinsicht unübertrefflich. Das Wetter war traumhaft, der Anlass hervorragend organisiert und die Siegerzeiten auf der Königsdistanz, dem Weisshorn Snow Trail, sensationell.

 

SSWR 2018: Daniel Lustenberger auf den letzten Metern © Fiona Noever

Befanden sich die Teilnehmenden des Swiss Snow Walk & Run in der Form ihres Lebens? Dieser Eindruck entstand bei der Betrachtung der Rangliste. Nicht wenige der 1442 (Schneeschuh-)Läufer und (Nordic-)Walker realisierten eine neue persönliche Bestzeit. Zustande kamen sie dank optimalen Temperaturen und der perfekt präparierten Unterlage. Zusammen mit der tiefverschneiten Landschaft sorgte der strahlende Sonnenschein für einen geradezu kitschigen Rahmen und verlieh den Gestarteten aus sämtlichen Regionen der Schweiz und rund zehn weiteren europäischen Nationen einen zusätzlichen Motivationsschub.

Wenig erstaunte deshalb, dass die Mehrheit der befragten Teilnehmenden bei der eigenen Laufanalyse weniger die vollbrachte sportliche Leistung als vielmehr das „gewaltige Panorama“ hervorhoben. Das Motto bei vielen hiess denn auch: „Spass haben und geniessen“ – was wohl auch auf die Angehörigen der Guggenmusik Schlosshüüler aus dem thurgauischen Bürglen und der Jazzband 2Step4Fun aus dem zürcherischen Volketswil zutraf. Mit fetzigen Auftritten unterhielten sie die Sportler und das Publikum bei der Tschuggenhütte beziehungsweise im Start-/Zielgelände und anlässlich der After Snow Party im Sponsoren-Village. Vor allem die ausländischen Gäste schienen grossen Gefallen an diesen musikalischen Einlagen zu haben.

 

Zwei OL-Asse entthront

Den Stempel aus sportlicher Sicht drückten der im In- und Ausland beliebten Veranstaltung Daniel Lustenberger (Kriens) und Jasmin Nunige (Davos) auf. Am Weisshorn Snow Trail, der Königsdistanz innerhalb der vier Strecken, realisierten sie fabelhafte Streckenrekorde. Der Innerschweizer meisterte die 16,8 Kilometer vom Obersee (1735 m ü. M.) zum Weisshorn-Gipfel (2653 m ü. M.) in 1:16:54 Stunden und war somit nahezu elf Minuten schneller als der Weltklasse-Orientierungsläufer Matthias Kyburz vor zwölf Monaten. Jasmin Nunige erreichte das Ziel nach 1:31:11 Stunden und benötigte so rund 13 Minuten weniger als Matthias Kyburz` Kaderkollegin Judith Wyder ebenfalls vor Jahresfrist.

Am nächsten an die glanzvollen Zeiten der beiden Gewinner heran kamen Stefan Lustenberger – er ist der zwei Jahre jüngere Bruder von Daniel und gehört ebenfalls dem nationalen Berglauf-Kader an – sowie Michela Segalada (Winterthur). Den dritten Rang auf der anspruchsvollsten und zugleich beliebtesten Distanz am Swiss Snow Walk & Run erreichten Gabriel Lombriser (Bern) und Corinne Zeller (Weissenburg). Auch sie und alle anderen Läufer und (Nordic-)Walker, welche auf dem Weisshorn durch den Zielbogen liefen, erhielten von den anwesenden und teils überrascht wirkenden Wintersportlern große Bewunderung und Anerkennung.

Der Halbmarathon mit der Carmenna-Hütte (2135 m ü. M.) als Kulminationspunkt war von einem packenden Zweikampf bei den Frauen geprägt. Nach den 21,1 Kilometern, auf denen es je 630 Meter auf- und abwärts ging, trennten die siegreiche Franziska Inauen (Windisch) und die zweitplatzierte Simone Raatz aus Deutschland gerade einmal zwei Sekunden. Etwas komfortabler fiel mit 40 Sekunden der Vorsprung von Männersieger Manuel Wyssen (Belp) auf Rolf Thallinger (Utzenstorf) aus. Die Gewinner auf der zwölf Kilometer messenden Langdistanz hiessen Leila Bigolin (Losone) und David Novak (Wettingen), auf der 6,1 Kilometer langen Kurzstrecke triumphierten Vivienne Widmer (Bonaduz) und Jonathan Ruchti (Kilchberg ZH).

 

„Ein mega cooler Anlass“

Unter die Teilnehmenden der zwei kürzeren Distanzen mischten sich mehrere bekannte Personen, wobei sich der im Herbst vom Spitzentennis zurückgetretene Marco Chiudinelli der grössten sportlichen Herausforderung stellte. Die Langstrecke meisterte der Baselbieter in 1:24:17 Stunden – und wurde speziell während des Aufstieges zur Tschuggenhütte (1990 m ü. M.) gehörig gefordert. „Etwa die Hälfte von diesem Abschnitt marschierte ich“, sagte  Marco Chiudinelli, „auf dem Weg zurück zum Obersee konnte ich dann einen einigermassen anständigen Rhythmus laufen.“

Einer einfacheren Aufgabe stellten sich der frühere Fussballprofi und -trainer Andy Egli, der aktuelle Bachelor Joel Herger und Tobias Rentsch, seines Zeichens Mister Schweiz 2001 und Bachelor 2015. Während der Letztgenannte sieben Wochen nach einer Meniskusoperation kurz nach dem Start wie geplant aufhörte, so bewältigten die anderen zwei Prominenten die Kurzdistanz. Andy Egli benötigte 41:49, Joel Herger 44:19 Minuten. „Ich habe es ins Ziel geschafft, und das ist die Hauptsache“, analysierte der Rosenkavalier. Den gesamten Anlass bezeichnete er als „mega cool“ und meinte: „Dem OK-Präsidenten Daniel Durrer und seinem Team gebührt ein grosses Kompliment.“ (pd)

 

Auszug aus der Rangliste

Weisshorn Snow Trail (16,8 Kilometer/918 Höhenmeter). Männer: 1. Daniel Lustenberger (Kriens) 1:16:54. 2. Stefan Lustenberger (Kriens) 1:19:46. 3. Gabriel Lombriser (Bern) 1:26:32. 4. Christophe Nonorgue (Neuenburg) 1:27:43. 5. Samuel Noce (Herisau) 1:27:56. 6. Gregor Metzger (Ganterschwil) 1:29:16. 7. Ramon Manetsch (Spiegel bei Bern) 1:29:42. 8. Yves Aschwanden (Goldau) 1:30:12. 9. Thomas Murer (Rüti ZH) 1:30:19. 10. Kaspar Hägler (Olten) 1:31:42. – Frauen: 1. Jasmin Nunige (Davos) 1:31:11. 2. Michela Segalada (Winterthur) 1:32:35. 3. Corinne Zeller (Weissenburg) 1:45:00. 4. Stophie Lohmann (Zürich) 1:45:01. 5. Andrea Huser (Sigriswil) 1:46:50.

 

Halbmarathon (21,1/630). Männer: 1. Manuel Wyssen (Belp) 1:32:34. 2. Rolf Thallinger (Utzensdorf) 1:33:14. 3. Stefan Marty (Steinen) 1:33:38. 4. Marcel Meyer (Trimmis) 1:34:29. 5. Marco Gisler (Libingen) 1:35:37. 6. Michele Paonne (Mauren FL) 1:37:26. 7. Patrick Petrikat (Zürich) 1:38:31. 8. Sahel Lahoo (Wollerau) 1:38:34. 9. Andres Kuhn (Schlatt TG) 1:40:38. 10. Michael Bruhin (Zürich) 1:40:56. – Frauen: 1. 1. Franziska Inauen (Windisch) 1:40:49. 2. Simone Raatz (Deutschland) 1:40:51. 3. Ornella Poltera (Domat/Ems) 1:47:18. 4. Sara Ammann (Zürich) 1:48:45. 5. Yvonne Turi-Hodel (Basel) 1:49:23.

 

Long Distance (12,0/315). Männer: 1. David Novak (Wettingen) 51:06. 2. Oliver Senn (Bözberg) 51:13. 3. Luis Moser (Meilen) 56:17. 4. Jann Stettler (Binningen) 57:25. 5. Massimo Barreca (Chur) 58:31. – Frauen: 1. Leila Bigolin (Losone) 1:00:46. 2. Melanie Tunesi (Agarone) 1:01:40. 3. Julia Bolt (Felsberg) 1:02:09.

 

Short Distance (6,1/155). Männer: 1. Jonathan Ruchti (Kilchberg ZH) 28:22. 2. Thomas Bürgi (Goldau) 29:16. 3. Nils Brunner (Kreuzlingen) 29:51. 4. Richard Enz (Schindellegi) 30:05. 5. Patrick Rusch (Kreuzlingen) 32:48. – Frauen: 1. Vivienne Widmer (Bonaduz) 32:01. 2. Marzia Migliori (Monte Carasso) 33:09. 3. Doris Rutz (Montlingen) 33:47.

 

Komplette Rangliste (Läufer) und alphabetische Finisherliste (Walker): www.snowwalkrun.ch

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