Spannende Rennen beim Dynafit U.TLW im Lamer Winkel erwartet

Nach nur 2 Stunden waren die 700 Startplätze für den U. Trail Lamer Winkel 2018 ausverkauft. Der U.TLW ist nicht „nur“ eine familiäre Veranstaltung und ein Klassentreffen der Trailrunnerfamilie, sondern es wird auch ganz großer Sport geboten. Im Jahr 2018 stehen einige der besten Trailrunner Deutschlands an der Startlinie und werden erbittert um die Titel „König / Königin vom Bayerwald“ und „Osser-Riese / Riesin kämpfen.

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Wer wird König und Königin vom Bayerwald 2018?


GROSSE LEISTUNGSDICHTE BEI DEN MÄNNERN
Ganz oben auf der Liste der Topfavoriten steht Lukas Naegele. Der Breisgauer ist mit einer Lamerin liiert und kennt die Strecken im Lamer Winkel sehr gut. Er ist Mitglied der deutschen Berglaufnationalmannschaft und hält unter anderem den Streckenrekord beim Arberland Ultratrail. Traditionell bereitet sich Lukas Anfang der Saison auf den Freiburg Marathon (Bestzeit: 2:26h) vor, den er heuer zum dritten Mal in Serie gewann. Der U.TLW wird sein Einstieg in die Trailsaison und er möchte in seiner „Gastheimat“ mit Sicherheit zeigen was er kann. Gefährlich könnte ihm Moritz auf der Heide werden. Der Scott Athlet konnte Lukas beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival (42k) im vergangenen Jahr schlagen und brennt nach seinem DNF beim Ultra Trail Mt. Fuji vor einigen Wochen auf Wiedergutmachung. Der Dritte heiße Kandidat auf den Titel ist der amtierende König vom Bayerwald, Matthias Dippacher. Bei der Trailrun WM vergangene Woche präsentierte er sich in beeindruckender Form und sicherte dem deutschen Team mit einer starken Leistung einen 5. Platz in der Mannschaftswertung. Bleibt abzuwarten, wie er die 88 Kilometer und 5000 Höhenmeter innerhalb so kurzer Zeit wegstecken kann.
Neben den drei Topfavoriten stehen weitere große Namen der Trailszene auf den Startlisten, die allesamt zahlreiche Siege zu verzeichnen haben. Da wären die Brüder Matthias und Markus Baur, Lukas Sörgel oder Philipp Quack oder auch die beiden Läufer aus Tschechien Tomáš Bystřický und Tomáš Eisner.
Neben diesen überwiegend nationalen Spitzenläufern haben wir natürlich auch einige Lokals, mit denen zu rechnen ist. Für sie ist das „Heimrennen“ der Saisonhöhepunkt und sie möchten sich auf ihren Trainingsstrecken mit Sicherheit nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Stark einzuschätzen sind hier mit Sicherheit Thomas Lechermann (Deggendorf), Thomas Wanninger (Viechtach), Jochen Maurer (Bad Kötzting), Konrad Kufner oder der Arracher Michael Münsterer.


ZWEIKAMPF BEI DEN DAMEN
Bei den Frauen kommt es in diesem Jahr zum Zweikampf der wohl besten aktuellen deutschen Trailläuferinnen: Tina Fischl vs. Eva Sperger. Eva gewann in den letzten 24 Monaten neun Trailwettkämpfe, kommt als amtierende Deutsche Meisterin im Ultratrail und als Königin vom Bayerwald in den Lamer Winkel. Mit einem 5. Platz beim Trans Gran Canaria und einem 17. Rang bei der WM vor zwei Wochen untermauerte sie ihren Status als Ausnahmesportlerin auf langen Distanzen. Tina Fischl gewann den Titel „Königin vom Bayerwald“ im Jahr 2015 und holte sich 2016
unangefochten den Sieg über die 25 Kilometer beim Osser-Riese. Sie laborierte im letzten Jahr an einer schweren Achillessehnenverletzung und die 54 Kilometer werden nach eigenen Aussagen eine „große Herausforderung“ für sie. Trotzdem stellt sie sich dem Duell mit Eva. Sie ist auf Kurzstrecken die schnellere Läuferin, während Eva wohl bei Ultras die Nase vorn hat. Gerade auf der Distanz über 54k und einer Laufzeit von 51/2 bis 6 Stunden sollte es also spannend werden. Die dritte Topathletin im Bunde ist Basilia Förster. Die gebürtige Münchnerin mit italienischen Wurzeln lief in der Saison 2017 auf den 2. Platz beim Rennsteig Ultramarathon und errang beim UTMB 2017 einen sensationellen 13. Rang. Ihre ganz große Stärke liegt auf den Ultradistanzen, jenseits der 100 Kilometer. Trotzdem sollte sie eine ernstzunehmende Konkurrentin um die vorderen Podestplätze darstellen.


Wer sind die Osser-Riesen 2018?


Auch der kleiner Bruder des König vom Bayerwald, der Osser-Riese über 24 Kilometer und 1200 Höhenmeter, erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist 2018 stark besetzt.


KANN THOMAS KERNER SEINEN TITEL VERTEIDIGEN?
Bei den Männern sind dieses Jahr zwei Spitzenläufer am Start, die sogar in der Lage sind international ganz weit vorne mitzulaufen. Mit Sebastian Hallmann steht ein ehemaliger Profistraßenläufer, mehrmaliger Deutscher Meister über 5 und 10 Kilometer und Sieger des Wings for Life Run Deutschland aus dem Jahr 2017 an der Startlinie. Sebastian machte beim Stuibentrail vergangenes Wochenende seine Nominierung für die Berglauf Weltmeisterschaft in Polen wasserdicht. Es bleibt abzuwarten wie er die 33 Kilometer und 2500 Höhenmter innerhalb einer Woche wegstecken kann. Der Zweite im Bunde ist Hannes Namberger: Der Ruhpoldinger gewann im März diesen Jahres nicht nur den prestigeträchtigen Trail Petit Ballon in Frankreich, sondern lief vor drei Wochen auf einen beeindruckenden 8. Rang beim Transvulcania. Auch er wird Deutschland bei der Berlauf WM in Polen vertreten. Bleibt abzuwarten, wie sich Titelverteidiger und Cross-Triathlon Weltmeister Thomas Kerner gegen diese starke Konkurrenz behaupten wird. Heuer ist er auf alle Fälle gefordert. Aber mit der viertbesten Laufzeit beim Xterra Italy am letzten Wochenende in einem sehr guten internationalen Profistarterfeld hat er ein deutliches Zeichen gesetzt.


STERNSTUNDE FÜR REGIONALE LÄUFERINNEN?
Bei den Damen wird es im Jahr 2018 schwer mit den Prognosen. Während bei der letzten Veranstaltung Tina Fischl als klare Favoritin ins Rennen ging und dieser Rolle souverän gerecht wurde sind zumindest auf dem Papier keine klaren Favoritinnen auszumachen. Am stärksten ein zuschätzen ist hier Kerstin Schneehage, die im Jahr 2015 zweitschnellste Frau auf der "König vom Bayerwald" - Strecke war. Das könnte die große Chance einiger starken regionalen Läuferinnen sein ganz oben auf dem Podest zu landen. Wir sind gespannt wen wir als neue Riesin am Marktplatz in Lam begrüßen dürfen.
Der Start von Michelle Meier steht noch auf der Kippe. Falls sie antritt, geht sie natürlich als klare Kandidatin für den Titel ins Rennen - selbst wenn sie den U.TLW "nur" als Trainingslauf zwischen ihren sonstigen Saisonhöhepunken sieht.

 

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