4. GROSSGLOCKNER ULTRA-TRAIL®: STRECKENREKORDE TROTZ REKORDHITZE

 

  • Thomas Farbmacher (14:25:41,6 Stunden) und Kristin Berglund (17:03:15,0 h) gewinnen Großglockner Ultra-Trail über 110 km und 6.500 Höhenmeter
  • 5 neue Bestzeiten am anspruchsvollsten Trailrun der Ostalpen 
  • 1.500 LäuferInnen bei Rekordhitze in Kaprun bis plus 33 Grad Celsius

 

Der 4. Großglockner Ultra-Trail – powered by DYNAFIT war nichts für schwache Nerven. Kurz vor dem Startschuss, der am Freitag um 22 Uhr abgefeuert wurde, ging ein Gewitter über Kaprun nieder. Am Samstag erwartete die 1.500 Trailrunner, die sich auf 4 verschiedenen Distanzen (110, 75, 50 und 30 km) auf den Weg durch 3 Bundesländer, 7 Täler, 6 Orte, vorbei an 14 Gletschern und 300 Gipfeln über 3.000 Meter gemacht hatten, Rekordhitze. Trotzdem purzelten die Rekorde.

 

Foto: Markus Frühmann

Thomas Farbmacher (31) aus Hopfgarten in Tirol feierte einen nahezu perfekten Start-Ziel-Sieg. Von Kaprun über Ferleiten (nur dort war er nach 17 Minuten Laufzeit als Zweiter unterwegs), dem Glocknerhaus, Kals, Rudolfshütte, über das Kapruner Törl und den Mooserboden und den Stausee wieder zurück zum Ausgangspunkt führte Farbmacher das Feld an. Insgesamt 110 Kilometer und unfassbare 6.500 Höhenmeter lang, in einer Zeit von 14:25:61,6 Stunden. 38:04,2 Minuten schneller als die Rekordzeit aus dem Vorjahr.

 

Foto: Markus Frühmann

„Das war das härteste Rennen, das ich in meinem Leben gelaufen bin“, so der gelernte Tischler, der erst vor 6 Jahren mit dem Spitzensport begann und nach der Teilnahme 2012 beim Wien Marathon schnell zum Trailrunning wechselte. 

Anzusehen waren dem Teilzeit-Profi aus dem Salomon Trailrunning Team Austria, dem der Kapruner Bürgermeister Manfred Gassner als einer der ersten im Ziel gratulierte, die Anstrengungen kaum. Bereits beim ersten Siegerinterview unmittelbar hinter der Ziellinie streute der 31-jährige Tioler dem Veranstalter Blumen: „Von der Streckenmarkierungen bis zur Verpflegung an den Labestationen ist hier beim Großglockner Ultra-Trail alles top organisiert. Gerade so viel, dass man uns kein Schnitzel serviert hat. Man muss sich einmal den logistischen Aufwand vorstellen. Es ist ein fantastisches Gefühl für mich, so ein Rennen bei dieser starken Besetzung inmitten vieler Top-Trailrunner zu gewinnen.“ Tatsächlich waren auf dem gesamten Kurs 60 Bergretter und 50 Streckenposten als freiwillige Helfer unterwegs. 

 

Fabelzeit auch bei den Damen

Auch bei den Damen gab es einen neuen Streckenrekord durch die in Münster in Tirol lebende gebürtige Schwedin Kristin Berglund. Die Vorjahreszweite verwies Vorjahressiegerin Juliette Blanchet (FRA) in 17:03:15,0 Stunden auf Platz 2 und verbesserte den Rekord der Französin aus dem Vorjahr um 25:34,4 Minuten.

 

Foto: Markus Frühmann

„Meine Zeit ist um 1:45 Stunden besser als letztes Jahr. Ich möchte am liebsten weinen. Das Wetter war ein Wahnsinn – am Schluss war es so heiß, das war unglaublich“, sagte die völlig ausgepumpte 34-Jährige, die wie Farbmacher für das Salomon Trailrunning Team Austria läuft. 

Warum es heuer mit dem Sieg geklappt hat? „Ich habe versucht, nicht auf die Durchgangszeiten von Juliette zu achten. Ich musste mein eigenes Rennen laufen, mich nicht stressen lassen, nur du und der Berg, dann geht das schon."

Die geschlagene Konkurrentin Juliette Blanchet freute sich über den 2. Platz: „Vielleicht habe ich in den letzten Wochen zu hart trainiert. Ich habe überlebt, aber es war ein harter Fight mit Kristin. Meine Beine haben eigentlich schon nach 50 Kilometern nicht mehr mitgemacht. Danke an Hubert Resch für die Einladung, es ist einfach ein unglaublich schönes Rennen. Nur die letzten 15 Kilometer nach Kaprun sind wirklich hart.

 

5 neue Streckenrekorde beim GGUT 2018

Neben den beiden Streckenrekorden über 110 km gab es weitere 3 Rekorde auf den Strecken über 50 und 30 Kilometer. Die 75 Kilometer-Distanz wurde zum ersten Mal gelaufen. Hier siegte der DYNAFIT-Athlet Hannes Namberger, bei den Damen holte Meryl Cooper den ersten Platz. Der Deutsche Florian Reichert verbesserte den Rekord auf dem Kalser Tauern Trail über 50 km um knapp 10 Minuten auf 4:37:13,8 Stunden. Ex-Rekordhalter Markus Stock aus dem Team DYNAFIT war über die 75 Kilometer angetreten und dort Dritter geworden. Bei den Damen schraubte die Ungarin Irén Tiricz den Rekord auf 5:35:59,2 Stunden. Eine Verbesserung von knapp 2 Minuten.

 

Foto: Markus Frühmann

 Auf dem Gletscherwelt Trail über 30 Kilometer gewann der Tiroler Christian Greidel, der mit dem Schweizer Gerhard Schneider Hand-in-Hand über die Ziellinie gelaufen war – in der Rekordzeit von 2:49:27,1 Stunden. „Es war brutal, aber geil“, lachte Christian Greidel im Siegerinterview. Nachsatz des Karosseriespenglers aus Ramsau im Zillertal: „Gerhard war aufwärts schneller, ich im Downhill, irgendwann haben wir beschlossen, dass wir gemeinsam besser dran sind, als gegeneinander. Ich teile den Sieg gerne mit ihm.“ Vorjahressieger Matthias Bauer kam als Dritter ins Ziel. 

 

Trailrunning Superstars in der Staffel

Die Trailrunning-Superstars Gediminas Grinius (LTU) und Pau Gil Capell (ESP) wiederholten ihren Vorjahressieg in einer Zeit von 13:16:32,6 Stunden.

 

Foto: Markus Frühmann

Auf Platz 2 folgte das Österreicher-Duo Markus Amon und Klaus Gösweiner (Team DYNAFIT), die hier im Premierenjahr 2015 einen Ex-Aequo-Sieg über die 110 km gefeiert hatte. Für den Salzburger und den Steirer war die GGUT-Staffel gleichsam das ideale Warm-up für deren neuestes Projekt, genannt Crossing Austria. Die beiden wollen Österreich im September in 7 Tagen vom Neusiedlersee zum Großglockner durchqueren und absolvieren dabei 20.000 Höhenmeter und 500 Kilometer. 

 

2.000 Starter beim 5. Großglockner Ultra-Trail von 26. bis 28. Juli 2019 angepeilt

„Ich ziehe meinen Hut vor allen Läufern, auf allen Distanzen. Die Strecken sind so anspruchsvoll, dass es nicht selbstverständlich ist hier in Kaprun zu finishen!“ Diesen Worten vom neuen Streckenrekordhalter Thomas Farbmacher, ist nichts hinzuzufügen.

Außer vielleicht noch der Hinweis auf den 5. Großglockner Ultra-Trail ®, im Jahr 2019, der von 26. bis 28. Juli stattfinden wird. Veranstalter Hubert Resch zieht zufrieden Bilanz: „Ich danke dem gesamten Team für den reibungslosen Ablauf trotz Gewitter am Anfang und Rekordhitze am Ende. Wenn ich die vielen glücklichen Gesichter im Ziel sehe, weiß ich, dass sich unsere Anstrengungen gelohnt haben. Für das Jahr 2019 freuen wir uns auf noch mehr Teilnehmer und hoffen, dass an die 2.000 Starter auf den unterschiedlichen Strecken dabei sein werden.“ 

 

 

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